01 / Orientierung
Was ist mit Catfishing gemeint?
Die australische eSafety-Behörde beschreibt Catfishing als Nutzung einer falschen Online-Identität, um Menschen zu täuschen. Es betrifft nicht nur Dating-Apps, sondern auch andere Online-Kontakte. Eine Person kann dafür ein erfundenes Profil oder die Identität einer realen anderen Person verwenden. Unsere Einordnung: Ein fremdes Foto wäre eine andere Beobachtung als ein bloß ungewöhnlicher Profiltext. Unterscheide, was du selbst nachweisen kannst und was du lediglich vermutest. Der Begriff ist keine Diagnose einer Persönlichkeit.
02 / Orientierung
Ist Catfishing dasselbe wie Romance Scamming?
Die Begriffe setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Catfishing beschreibt die falsche Identität. Romance Scamming beschreibt Liebesbetrug, bei dem eine vorgetäuschte Beziehung etwa für Geldforderungen eingesetzt wird. Ein Vorgang kann beides verbinden, aber die Wörter sind nicht in jeder Situation austauschbar. Ein fiktives Beispiel: Ein Konto nutzt fremde Bilder und behauptet eine erfundene Notlage, für die du zahlen sollst. Die Bilder betreffen die Identitätstäuschung; die finanzielle Forderung im Beziehungskontext betrifft den Betrugsverdacht. Für eine Meldung sind diese konkreten Beobachtungen hilfreicher als nur das Schlagwort.
03 / Orientierung
Welche Beobachtungen kannst du sachlich prüfen?
Vergleiche konkrete Aussagen und den Verlauf des Kontakts. eSafety nennt unter anderem widersprüchliche Geschichten und Ausreden gegen persönlichen oder Video-Kontakt als Warnzeichen. Ein einzelnes abgesagtes Gespräch ist jedoch kein abschließender Beweis. Herkunft, Akzent oder Bildqualität beweisen ebenfalls keine Täuschung. Unsere Empfehlung: Notiere die tatsächliche Abweichung ohne öffentliche Anschuldigung. Aus „Der Wohnort wurde anders genannt“ folgt zunächst eine Frage, nicht die sichere Identifizierung eines Täters. Auch die Person auf einem verwendeten Foto kann selbst betroffen sein.
04 / Orientierung
Was tust du bei einem konkreten Verdacht?
Begrenze weitere persönliche Informationen und Zahlungen. Sichere für einen relevanten Vorfall die benötigten Belege und nutze die offizielle Meldefunktion. Die deutsche Polizei-Beratung empfiehlt bei Liebesbetrug, den Kontakt abzubrechen und Belege zu sichern. Du musst keine eigene Ermittlung durchführen. Unsere redaktionelle Empfehlung ist, keine öffentlichen Fahndungsaufrufe mit Profilbildern zu starten. Eine sachliche Meldung beschreibt Profil, Nachricht und Zeitpunkt. Für konkrete Geldforderungen und das weitere Vorgehen führen die Sicherheitsratgeber tiefer; dieser Glossareintrag erklärt vor allem den Begriff und seine Abgrenzung.